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Die Bienenhaltung unterliegt dem TSG

 

Referat von André Wermelinger, Fribourg

 

Das Bienensterben ist längst zu einem Thema in der öffentlichen Presse geworden. Das Tierseuchengesetz, bzw. die Auslegung und Interpretation desselben verpflichtet uns Imker, unsere Bienenvölker zu melden und dem Tierseuchengesetz zu unterstellen.

 

Die Honigbiene ist ein Wildtier

Unsere Honigbiene (Apis mellifera) ist ein Wildtier, das sich mehr als 30 Millionen Jahre an heftigste Umweltveränderungen anpassen konnte. Keine einzige Seuche konnte die Bienen von der Evolution abhalten – beziehungsweise waren es wohl gerade Krankheiten, Parasiten, Sporen etc., welche die Evolution der Bienen vorangetrieben und die Bienen stark gemacht haben.

Heute ist die wild lebende Honigbiene in der Schweiz ausgestorben, auch wenn das offizielle niemand so deklarieren will. Sämtliche Bienenvölker wurden vollständig domestiziert. Honigbienen, die sich von Zeit zu Zeit zufällig wild ansiedeln, werden aufgrund absurder Ängste vor einer möglichen Seuchenverbreitung bekämpft, anstatt als rare Spezies unter Schutz gestellt zu werden. In nur ein paar Jahrzehnten hat der Mensch die Evolution der Honigbiene komplett ausgeschaltet und lahmgelegt, und zwar:

  • Fachlich auf der wissenschaftlichen Arbeit unserer Bienen-experten begründet (Amt für Landwirtschaft, Eidg. Forschungsanstalt Agroscope, Zentrum für Bienenforschung)
  • Legitimiert durch unsere Gesetzgebung (Tierseuchengesetz)
  • Umgesetzt und überwacht durch Veterinärämter und Fachverbände

 

Intensive Honigwirtschaft mit harten Kompromissen auf Kosten einer artgerechten Tierhaltung

Eine detaillierte Analyse der heutigen Imkerpraxis zeigt auf, dass die imkerlichen Abläufe einzig auf den Honigertrag und den Imkerkomfort ausgerichtet sind. Dabei werden schwerste Kompromisse zuungunsten der natürlichen Lebensweise eines Honigbienenvolkes in Kauf genommen (z.B. Vermehrung über künstliche Ableger und Fütterung von Zucker)

In der Folge entstehen domestizierte, nach menschlichen Kriterien selektierte Bienenvölker, welche in der freien Natur nicht mehr überlebensfähig sind (Unterdrückung der natürlichen Selektion). Aggressive Säurebehandlungen mittels Ameisen- und Oxalsäure, die von den zuständigen Behörden als „heute unumgänglich“ bezeichnet werden, sind nur Symptombekämpfung auf Basis einer widernatürlichen Bienenhaltung (z.B. Beeinflussung und Unterdrückung des Schwarmtriebs).

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Die hochoffiziell von Agroscope, Swissmedic und den Ämtern für Veterinärwesen und Lebensmittelsicherheit geprüften, zugelassenen und empfohlenen „Tierarzneimittel“ auf der Basis von Insektiziden (wie z.B. Perizin/Coumaphos und Bayvarol/Flumethrin) zum „Wohle“ unseres Insekts Biene sind dermassen absurd, dass sie hier nicht weiter erwähnt werden sollen.

 

Weshalb sind die Folgerungen unserer Experten falsch?

Behörden, Forschung, Imkerverbände, etc stellen sämtliche Arbeiten auf die Grundlage einer intensiven Honigwirtschaft. Es gibt kaum Fachpersonen und Imker, die praktische Erfahrungen mit natürlichen Bienenvölkern vorweisen können. In der Folge sind ihre Schlussfolgerungen – teilweise unter dem Deckmäntelchen der Wissenschaft – äusserst limitiert, irreführend und falsch! Wer Honig produzieren will, muss heute zwangsweise mit mehr oder weniger subtilen Eingriffen gegen die natürlichen Abläufe ankämpfen und z.B. das jährliche Ausschwärmen verhindern.

 

Absehbare, gegenläufige Entwicklung in der Imkerei

Bereits laufen durch Agroscope angeordnete Feldversuche. Eine flächendeckende Säure-Zwangsbehandlung gegen den Befall der Varroamilbe wird dieses Jahr z.B. im Berner Seeland geprüft. Die Behandlung ist - wissenschaftlich erwiesen - mit heftigen Nebenwirkungen verbunden (z.B. biologischer Zelltod an der Bienenbrut). Meine eigene natürliche Imkerei beweist, dass solche Behandlungsmassnahmen nicht notwendig sind und dass bei Verzicht bessere Resultate erreicht werden können. Demnächst könnte eine natürliche Bienenhaltung gesetzeswidrig werden (Behandlungs-zwang). Eine Wiederansiedelung der Honigbiene ist bereits heute nicht mehr gewährleistet und nach der Einführung solcher Zwangsbehandlungen mit Sicherheit auf unabsehbare Zeit nicht mehr möglich.

 

Die Lösung ist einfach

Die Natur macht es uns mit mehr als 30 Millionen Jahren Erfahrung vor. Wir brauchen nichts weiter zu tun, als von ihr abzuschauen, zu lernen und sie kopieren. Als wissenschaftliche Basis muss anstelle des Honigertrags die natürliche Lebensweise der Biene dienen. Wir müssen die Bienen stärken, nicht versuchen, die Erreger und Parasiten zu vernichten. Einfacher, nachhaltiger und kosteneffizienter geht es nicht!

Die Herleitung meiner Aussagen und mögliche Lösungsansätze sind zu finden in meinem Konzept „Wege in eine moderne, nachhaltige Bienenhaltung“:

http://natuerliche-bienenhaltung.ch/projekte_unterstuetzung.php