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Vorbeugen ist besser als heilen

 

Leserbrief zum Pro und Kontra beim TSG von Ernst Frischknecht, Eichholzstr. 2 Tann

Was will denn das revidierte Tierseuchengesetz, über das wir am 25. November abstimmen, und warum will es das?

In kurzen Abständen erscheinen immer neue Seuchen die zur Lebensbedrohenden Pandemie aufgebauscht werden. Vogelgrippe, Schweinegrippe, Blauzungenkrankheit, und schon ist das Schmalenbergvirus im Anmarsch.

Weil immer neue Viren oder Bakterien als Auslöser erscheinen, müssen immer neue Impfstoffe erfunden und bereitgestellt werden. Die neuen Stoffe müssen so kurzfristig zur Verfügung stehen, dass seriöse Prüfungen auf Nebeneffekte und Langzeitwirkungen kaum möglich sind. Reagieren dann einzelne Kantone mit der flächendeckenden Impfung verzögert oder zeigen mehr Verständnis für Menschen und Tierhalter, welche die Impfung ablehnen, sehen eidgenössische Behörden den Erfolg gefährdet.

Deshalb soll mit dem revidierten TSG die Kompetenz zur Erklärung, was eine gefährliche Seuche ist und flächendeckend geimpft werden muss an einer Zentrale, dem Eidg. Veterinäramt konzentriert werden.

Anders als beim zürcherischen Gesetz, wo eine Kommission aus direkt betroffenen Tierärzten, Tierhaltern Tierschützern und Konsumentinnen mit bestimmen kann, ist im Tierseuchen Gesetz über das wir am 25. Nov. abstimmen nur ein Beschwerderecht vorgesehen. Die Beurteilung der Beschwerde wird aber von der gleichen Stelle vorgenommen, welche ein Impfobligatorium verfügen kann. Sowohl Vogelgrippe wie auch Schweinegrippe haben sich in Nachhinein als harmlose, gewöhnliche Grippen gezeigt. Nicht weil so fleissig geimpft wurde, denn weil die Impfung grösstenteils abgelehnt wurde musste Impfstoff im Wert vieler Millionen entsorgt werden.

Den Erfolg gegen die Blauzungenkrankheit der Impfung zu zuschreiben ist gewagt. Die Impfung war nie flächendeckend. Der ganze Wildtierbestand und sehr viele Nutztierbestände konnten nicht geimpft werden. Die Krankheit wurde bei keinem einzigen Impfverweigerer Betrieb festgestellt. Die Impfung gegen die Maul und Klauenseuche wurde nach jahrelangem Impfobligatorium verboten, weil die EU den Fleisch und Tierimport aus Ländern mit Impfzwang gegen Maul und Klauenseuche verboten hat.

Prävention beginnt nicht erst mit der Impfung. Sie Beginnt bei der art gerechten Haltung, Fütterung und Zucht der Tiere. Nur so kann eine Immunkraft aufgebaut werden, welche den modernen Bedrohungen gewachsen ist. Zitat eines Tierarztes: „ Blauzungenkrankheit ist keine Seuche. Es gab schon immer einzelne Kühe, die ab und zu Fieber hatten. Weil sie ausgemerzt wurden konnten sich im Erbgut geschwächte Tiere nicht weiter vermehren, die Population wurde stärker.

Im Gegenteil dazu kann die Immunkraft von Tieren, die mit zu wenig seriös auf Langzeitfolgen getestetem Impfstoff geimpft werden, geschwächt werden.“ Mit einem Nein zum revidierten Tierseuchengesetz am 25. November öffnen sie den Weg, das TSG in Anlehnung an das Zürcherische Gesetz so zu formulieren, dass bei wirklicher Bedrohung, für die ganze Schweiz ein Impfobligatorium möglich ist, aber nicht willkürlich ohne Einbezug der direkt betroffen Tierhalter und Konsumentinnen verfügt werden kann.

Anzeiger von Uster 22.10.2012


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